[Buch Review] Kerry Drewery – Marthas Widerstand

Schuldig – oder nicht schuldig?
Todesstrafe oder Freiheit?
Gerechtigkeit oder Willkür?
Was passiert, wenn das Volk zum Richter wird?


Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genau so wie Marthas Chance auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert? Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht…
(Klappentext vom Buch)

Meine Meinung

Habt ihr jemals ein Buch beendet und saßt zum Schluss davor mit dem Gedanken „Was zur Hölle ist gerade passiert?“, aber im guten Sinne?

Kerry Drewery hat mit „Marthas Widerstand“ ein Werk geschaffen, dass mich direkt am Anfang gepackt hat. Direkt nach Beendigung des Lesens wollte ich meine Gedanken auf Twitter festhalten und scheiterte. Einen Tag später versuche ich es noch mal.

Die ganze Geschichte um Martha wird in drei verschiedenen Arten erzählt. Wir erleben sie zu einem direkt aus der Perspektive von Martha, die uns aus der Ich-Perspektive heraus von Zelle zu Zelle mit nimmt und immer mehr mit Informationen und Rückblicken füttert. Wir erleben aus der Dritten Person heraus wie Eve hinter die Zusammenhänge blickt und zu kämpfen anfängt und zu guter Letzt wird uns wie in einem Theater Drehbuch erzählt was in der Sendung „Death for Justice“ passiert. Die Sendung in der die Verurteilten vorgestellt werden, die Zuschauer Voten können und man ganz bestimmt nicht manipuliert wird.

Während das Buch sich am Anfang genau so anfühlte wie „Die Tribute von Panem“ damals wurde es irgendwann stetig beklemmender. Das Konstrukt das Menschen dafür voten können ob ein Mensch schuldig ist oder nicht. Ob ein Mensch leben oder sterben darf/muss. Alles auf Grund von Informationen, die von einer Fernsehsendung kommen. Je mehr man liest, um so mehr rückt der Fokus darauf wer alles wirklich Voten kann, was wirklich veröffentlich wird und was die Zuschauer wirklich wollen. Gerade das Ende des Buches zeigt etwas, dass trotz fiktiver Welt auch in unserer passieren könnte: Menschen wollen Blut sehen! Klingt dramatisch und überspitzt? Vielleicht, aber wusstet ihr das man in Frankreich eine zeitlang die Hinrichtung für alle sichtbar machte bis man feststellte mit was für einer Begierde und Blutlust, die Leute zuguckten? Etwas das als Warnung dienen sollte, war am Ende DAS Live Spektakel. Erinnert einen schon an die Gladiatoren Kämpfe im alten Rom. Ein Vergleich der tatsächlich auch im Buch erwähnt wird.

Die letzten Kapitel des Buches fielen mir schwer zu lesen. Es lag mir schwer auf der Seele. Einerseits wollte ich unbedingt wissen ob Martha es doch schafft die Menschen zum nachdenken zu bewegen und ob sie das ganze vielleicht überlebt. Andererseits schaffte ich es nicht viele Seiten hinter einander zu lesen, da es mich zu sehr bedrückte. Gerade das finde ich aber an dem Buch so besonders. Ein Buch das es schafft, dass man einfach mitten drin steckt. Mit den Charakteren mitfühlt und einem das Herz schwer macht.

Und dann kam das Ende… Ich weiß nicht ob ich es schon verarbeitet habe, aber eines weiß ich: Ich brauche ganz dringend Band 2!

Und jetzt zu euch: Was haltet ihr von der Idee das die Gesellschaft per Voting entscheidet ob jemand schuldig ist oder nicht. Die Gerechtigkeit liegt in den Händen der Bevölkerung. So heißt es im Buch. Würdet ihr das gut finden? Im Buch sagte man, dass es zu viele Fälle gegeben hätten in denen schuldige Menschen auf Grund von mangelnden Beweisen oder Fehlern frei gelassen wurden und man daher dieses neue Verfahren eingeführt habe. Ein schwieriges Thema wie ich finde …

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. lulu sagt:

    Tolle Reviews! Das Buch klingt wirklich super spannend und kommt auch mal auf meine „will lesen“ Liste 😀 Du hast mich wirklich neugierig gemacht!
    Klingt tatsächlich ein kleines bisschen nach Tribute von Panem.
    Zu deiner Frage: ich bin sehr froh, dass es bei uns ausgebildete Richter und Anwälte gibt, die aufgrund von Beweisen und Informationen handeln und nicht alle Deutschen einfach abstimmen dürfen 😅 In Amerika gibt es ja immer die Jury und auch da bin ich froh, dass wir nicht dieses System haben. vielleicht hat es ja Vorteile (geringe „Straftaten“ werden leider hier manchmal geringer bestraft als schlimmere „Straftaten“) aber ich glaube trotzdem, dass es bei uns logischer und besser ist ☺️

    Liken

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