Ein paar Gedanken zum Thema „Veganismus“

Mitte November letzten Jahres habe ich hier auf dem Blog über unseren ersten Monat Vegan sein geschrieben ([Vegan] Unser aller erster Monat) und seit einigen Monaten überlege ich eine zweite Version zu schreiben. Zum einem weil ich in der Zwischenzeit einiges auf Instagram gelesen und mitbekommen habe, sowie auch direkt Fragen bekam.
Warum ich das bisher nicht getan habe, weiß ich aber ehrlich gesagt auch nicht. Vielleicht weil ich mir nicht sicher war, ob daran überhaupt jemand interessiert ist. Weil ich nicht weiß was für Reaktionen kommen mögen und ob ich das wirklich tun möchte. Wer weiß was für Gründe ich hatte -> sie sind jetzt egal, DENN ich schreibe nun darüber.

Wen also das Thema Veganismus nicht interessiert, kann ruhig wieder gehen.

Von Anfang an der perfekte Veganer

Auf Instagram habe ich das ein paar mal gelesen und bin froh, dass wir den Gedanken niemals hatten und auch niemand uns diesen entgegen gebracht hat. Was ich meine ist, dass einige denken / gesagt bekommen, wenn man sich dazu entscheidet vegan zu essen / zu leben, muss man gleich von Anfang perfekt sein. Sprich sofort wissen was man alles essen kann und was nicht. Wo alles tierische Produkte drinnen sind – auch außerhalb von Lebensmitteln – und sich auch in anderen Bereichen nur noch moralisch korrekt verhält, aber fängt es nicht hier schon an? Was genau ist moralisch korrekt? Immerhin sind Bienen & Honig scheinbar ein Streit Thema innerhalb des Veganismus.
Woher weißt du sofort wo alles tierische Produkte drinnen sind? Habt ihr euch je damit beschäftigt, dass Waschmittel nicht vegan sind? Oder die Pille? In Kleber für Schuhe sind zum Beispiel auch tierische Produkte enthalten .. Wir haben mittlerweile so viel nachgelesen und erfahren und ich bin mir sicher, dass wir bei weitem noch nicht von allem wissen, aber wir halten die Augen offen und erkundigen uns. Etwas anderes kann man nicht tun und zu denken, dass man sofort alles weiß und keine „Fehler“ mehr macht, ist – sorry – dämlich.

Als wir im Oktober anfingen um zu stellen, haben wir genau das gemacht. Wir haben nach und nach den Haushalt gegen Alternativen ausgetauscht. Die Milch wurde aufgebraucht, der Käse aufgegessen und dann eben nicht neu gekauft.
Danach oder fasst schon zeitgleich fingen wir auch an in anderen Bereich zu gucken. Im Badezimmer wurde das Waschmittel ausgetauscht, Waschzeug und Kosmetikartikel und dann ging es zu Klamotten und Schuhen. Gerade letzteres ist teurer, weswegen ich verstehen kann, wenn das einige abschreckt, aber hier gibt es langsam immer mehr Auswahl. Hätte hier einer Interesse an persönlichen Empfehlungen für Produkte und Marken?

Springen wir auch ein Mal zurück zum Thema „moralisch korrekt“, denn wisst ihr was? Auch wenn ich bereits vegan war, brauchte es erst ein Kommentar und dann eine Instagrammerin mit neuen/unbekannten Fakten, um zu realisieren, dass Zoos nicht okay sind. Das sie nicht gut sind, wusste ich schon immer, aber ich versteckte mich dahinter, dass Zoos ja was für die Nachzucht von gefährdeten Tieren tut, aber die Wahrheit sieht anders aus. Oft werden Tiere aus der freien Wildbahn geholt, nachgezüchtet und die Kinder kann man in den seltensten Fällen wieder frei lassen, da sie dieses Leben gar nicht kennen, aber ich denke das wäre ein Blogbeitrag für sich alleine.

Was ich sagen will: Übernehmt euch nicht. Ihr müsst nicht gleich alles perfekt machen. Fragt nach, erkundigt euch und so wird das nach und nach besser ^o^

Warum bist du vegan?

Ich finde diese Frage wahnsinnig faszinierend. Genau so wie die Gegenfrage: Warum bist du nicht vegan?

Auf Twitter habe ich mich den einen Tag darüber unterhalten und auch hier könnt ihr mir gerne eine der beiden Fragen beantworten.

In meinem Fall war der große Auslöser die Umwelt und was tierische Produkte (gerade die Fleischindustrie) anrichtet und im nächsten Schritt was tierische Produkte eigentlich mit meinem Körper machen. Wir sahen einige Dokus auf Netflix und je mehr wir sahen, um so überzeugter waren wir.
(Faszinierend wenn ich daran denke, dass ich es damals schräg fand, dass mein Ex ein Buch über Veganismus las und sofort beschloss nun vegan zu sein.)

Der Ansatzpunkt „warum müssen Tiere sterben, damit du etwas Genuß haben kannst?“ hat bei mir lange nicht gewirkt, da der Begriff „Nutztier“ zu verankert war. Mittlerweile kann ich das nicht mehr verstehen und es fällt mir auch schwer diesen Gedanken bei anderen zu verstehen. Vor allem da es so gute Fleischalternativen gibt.

Das waren mal ein paar Gedanken, die mir so im Kopf rumschwirren. Ich möchte demnächst meine Rezepte hier teilen, sowie ein paar gefundene Anbieter und Testberichte veröffentlichen. Gerade unseren unverpackt Laden würde ich euch gerne vorstellen, aber da muss ich erst den Mut fassen nachzufragen ob ich Fotos im Laden machen darf.

Bis Sonntag!
(Oder in den Kommentaren. Ich bin sehr auf eure Meinung gespannt)

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Cordula sagt:

    Hey,
    ein wunderbarer Beitrag zum Thema Veganismus :).
    Ich denke in der Thematik sollte ein jeder sein eigenes Tempo finden. Es ist einfach ein Entwicklungsprozess, der sich nach und nach vollzieht. So war es damals bei mir auch. Anfangs musste ich mich in vieles einlesen, mir Wissen aneignen und habe nach und nach auch Alltagsprodukte auf vegane Alternativen umgestellt.
    Heute lebe ich vegan-vegetarisch. Ich sehe es nicht mehr so streng. Auch dass ich mich nicht mehr über Begrifflichkeiten definiere.
    Das Wichtigste ist finde ich, um seinen Überzeugungen auch langfristig treu bleiben zu können, dass man sich wohl fühlt mit dem was man tut und wie man lebt. Denn vollkommen moralisch korrekt kann niemand leben. Man kann lediglich versuchen sein Bestes zu geben.
    LG

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  2. Julia sagt:

    Ein echt schöner Blogpost, würde mich freuen wenn du mehr dazu erzählst und auch paar Marken etc. nennst. Auf Bezug von Lebensmittel ist das Thema Vegan noch halbwegs offensichtlich oder leicht rauszukriegen aber bei Haushaltsprodukten finde ich es schwer. An Kleber in Schuhen oder Waschmittel hätte ich so nicht gedacht 😮

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  3. Ein schöner Beitrag zum Thema Veganismus, ich finde es gut, das du betont hast, dann man nicht direkt auf 100 Prozent alles umstellen kann, ansonsten führt es zu großen Druck. Es überrascht mich auch immer wieder, wo tierische Produkte drin stecken, auch wenn ich wie beim Waschmittel schon darauf achte (daher ist er gefühlt auch doppelt so teuer). Wenn ich für mich selbst Koche ist das auch alles kein Problem, bei mir sind schon seit Monaten keine Tierischen Produkte mehr im Kühlschrank. Bei meinen Eltern sieht die Sache schwieriger aus und gestern habe ich mich auch noch bei einer Freundin bei Keksen bedient, obwohl sie nicht vegan waren, da muss ich lernen, konsequenter zu werden. Bald geht es mit Verwandten anlässlich des Geburtstags von meinem Onkel essen, da kann ich froh sein, vier vegetarische Gerichte zu haben, mit vegan wird es wieder schwieriger… Was Schuhe betrifft muss ich mich auch bald mal erkundigen, meine Chucks, die ich die letzten 8 Jahre getragen habe, fallen mittlerweile auseinander…
    Mich würden mehr Beiträge zum Thema Veganismus sehr interessieren!

    Alles Liebe

    Nadine

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