Die Krankheit namens „Aufschieben“

oder ist es eher ein Symptom als die Krankheit an sich?

Das Thema „aufschieben“ ist ein altbekannter Freund bei mir und vermutlich bei so gut wie jedem anderen auch. Aktuell habe ich auch das Gefühl es springt mich überall im Internet förmlich an oder liegt das nur daran, dass es bei mir selber gerade so ein großes Thema ist?

Kennt ihr das, wenn ihr überlegt euch etwas anzuschaffen und dann seht ihr plötzlich überall um euch herum genau diese Sache? Oder um es handfester zu machen: Seit dem meine Eltern eine kleine Bulldogge besitzen, sehe ich gefühlt überall Bulldoggen und früher dachte ich immer, dass kaum jemand diese Hunderasse hat. Sind Bulldoggen jetzt plötzlich beliebter geworden oder achte ich einfach – unbewusst – viel mehr darauf?

Aktuell möchte ich am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und einfach drauf los schreien und heulen. Ja wir sind heute mal ganz ehrlich: Ich habe es mit dem aufschieben zu weit getrieben und jetzt fühle ich mich wie lebendig begraben und komme nicht mehr aus meinem selbstgeschaufelten Grab wieder raus.

Nächste Woche halte ich zwei Vorträge in meiner Uni und fühle mich maßlos nicht vorbereitet. Ich müsste auch eigentlich noch zwei Essays schreiben, die ich ende Februar und im März abgeben muss und habe noch nicht mal genaueres zu den Themen mir überlegt und für die Klausur im Februar habe ich nicht mal nachgeguckt worüber ich die eigentlich schreibe.
Ich habe mich nicht so sehr dahintergeklemmt einen neuen Job zu suchen wie ich es hätte tun sollen und habe nun keine Ahnung woher das Geld kommen soll, wenn, wie ich es erwarte, keine Unterstützung vom Amt kommt und eigentlich wollte ich jetzt aufstehen und die Wäsche zusammenlegen, was ich heute schon den ganzen Tag vor hatte, aber stattdessen habe ich meine aktuelle Netflix Serie weiter geguckt und verzweifelt im Internet nach einem neuem Job gesucht. Spoiler ich bin kaum fündig geworden. Habe ich zu hohe Ansprüche? Ich hätte gerne etwas, dass nicht weiter als 40 min entfernt ist und das nicht voraussetzt, dass ich dort nur am Wochenende und zwar jedes arbeiten gehe. Wann soll ich den ganzen Uni Kram schaffen, wenn ich jedes Wochenende lange arbeiten bin? Gut ich schiebe es eh auf. Eigentlich ist das nichts neues. Ich bezeichne mich selber als „auf den letzten Drücker„-Mensch und das ist bisher auch ganz gut gelaufen, da ich unter Stress meist viel besseres hervorbringe als mit viel Vorlauf. Ich kann das einfach nicht. Ich beneide die Menschen, die sich Wochen / Monate vorher an eine Arbeit setzen, um es dann perfekt abzugeben. Ich schreibe es die Nacht vorher, da ich da die Meiste Kreativität und Motivation habe.
Aktuell klappt diese Strategie aber nicht sonderlich gut, da ich mich selber unter Druck setze alles zu machen. Am besten gleichzeitig. Sofort!

Das Thema „ich will alles und zwar gleich!“ ist gerade eines meiner größten Probleme. Ich will Uni Kram erledigen, will mich mit einem Buch und ’nem Tee hinsetzen und lesen, ich will Borderlands 2 weiterzocken oder eines meiner noch nicht durchgespielten Spiele wie zum Beispiel Mass Effect, dass ich aktuell probiere .. aber wie wäre es damit meine ganzen angefangen Serien endlich weiter zu gucken? Eigentlich will ich auch neue Backrezepte versuchen und für den Blog schreiben!

Ich bin ein Chaos Mensch und ich liebe das, aber .. ich denke ich brauche eine gewisse Ordnung was meinen zeitlichen Plan angeht. Andererseits kotzt mich der Gedanke an, dass ich plane wann ich was machen will / soll.
Ich bin zu spontan dazu. Sagte das Mädel, das es liebt ALLES in ihrem Kalender zu notieren (mit genauen Zeiten).

Und aporopo spontan: Dieser Beitrag wurde ihnen präsentiert von dem spontanen Gedanken „ich möchte jetzt bloggen und meine Gedanken rauslassen“, aber jetzt sollte ich wirklich wirklich mal die Wäsche zusammen legen, da ich mittlerweile nicht mal mehr dem Freund einfach Socken klauen kann, da auch er kaum noch welche hat. Immerhin hat er es auch geschafft sich mal wieder hinzusetzen und an der Gitarre zu üben, was er immer aufschiebt. Da kann ich es wohl schaffen die Wäsche zu machen oder? Mit nem guten Hörbuch ist dies auch nicht mal langweilig. Ein Hoch auf Hörbücher!

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