Das bin ich, Gedanken

Und dann lebst du

Ich LIEBE dieses Bild so sehr, weil es so bunt chaotisch wie mein Leben ist

„Natürlich lebst du! Bist du doof oder wird das jetzt tief wegen der Geburt?“

Ja und nein!

Je nach aktueller Situation, Befinden und meiner selbst war für mich die Definition „zu leben“ stets eine andere, aber vor allem konnte ich viele Jahre nicht sagen, dass ich „lebe“. Abgesehen natürlich von dem biologischen Leben Teil empfand ich mich als nicht lebendig. Ich war ein Schatten. Ich schwamm einfach im Strom mit ohne zu wissen wo es hingeht oder ohne mich je zu rühren. Einfach mit machen. Einfach kopieren und nicht auffallen. Einfach ein und ausatmen. Für alles andere sei ich ja eh nicht fähig. Ist auch zu anstrengend.

Erst vor etwa drei Jahren konnte ich das erste mal aufrichtig sagen, dass ich lebe und warum? Aufschluss darüber könnte meine Defintion vom Leben sein „den Moment genießen. Im hier und jetzt leben! Die graue Welt bunt machen und sich das bewahren.“ Wenn ich mich mit anderen über das Leben, positives / buntes denken und Glaubenssätze unterhalte, komme ich stets an den selben Punkt. Ich überlege was eigentlich dieses Wandel in meinem denken verursacht hat. Ich schenke dem negativen nicht mehr die Meiste Aufmerksamkeit. Wenn es anfängt zu regnen, freue ich mich über die Farben, die die grauen Wolken und der Regen verursachen. Wenn ich vorhatte zu fotografieren, mache ich das trotzdem und halte eben das graue Wetter fest, was in Wahrheit gar nicht so grau ist, da überall Farbe enthalten ist. Achtet mal darauf wie ein leichter blau Schimmer meistens über allem liegt, wenn es regnet. Strömt es im Regen, freue ich mich einfach über den Klang der Regentropfen und dem Geruch von Regen in der Luft. Klar ist es scheiße, wenn man draußen unterwegs sein muss, aber deswegen ist nicht der ganze Tag gelaufen. Wenn du verabredet bist, kannst du das als guten Gesprächseinstieg nehmen, da diese Situation schon jeder Mal hatte. Lache einfach darüber wie du jetzt aussiehst, wie ein nasser Pudel und du wirkst merken wie sich die Glückshormone ganz automatisch in der verbreiten. Es ist wahr, wenn es heißt, dass das denken verantwortlich ist wie wir uns fühlen. Konzentrierst du dich auf das negative und meckerst / jammerst nur, verbreiten sich in die negative Gefühle, die auch deine Umwelt beeinflussen. Selbes Prinzip bei positiven Gedanken, aber bevor ich noch weiter abtriffte stoppe ich hier.

„Ich lebe!“

Das Warum ist mir unklar, aber ich fing an meine Umwelt bewusst wahrzunehmen. Die Farben um mich herum und das nicht alles grau ist. Ich fing an offener zu werden und führte auf diese Art so viele Gespräche und lernte viele neue Menschen und Ansichten kennen. Ich nutzte meine Freizeit und reiste viel, um auch hier neue Eindrücke zu gewinnen. Neue Eindrücke führen zu neuen Gedanken und andere Herangehensweisen. Ich lernte viele verschiedene Menschen kennen und lernte zu akzeptieren, dass auch ich was ganz eigenes besonderes bin. Der Gedanke das ich wertlos, langweilig und hässlich bin, trat immer seltener auf und vieles was ich mich früher nie getraut hätte, wage ich mich jetzt.

Während der Begriff „Leben“ für mich eine Zeitlang festgesetzt war an Reisen, neuen Eindrücken / Orten und Menschen, denke ich nun bei „Leben“ an die Mischung aus Plänen und Spontanität. Ich bin Studentin an der TH Köln und strebe es an in drei Jahren staatlich anerkannte Kindheitspädagogik zu werden. Der aktuelle Plan sagt, dass ich versuchen möchte mich danach weiter zu bilden, aber die Spontanität gestattet mir auch zu sagen, dass ich gucken will wie sich das Studium entwickelt. Ich gehe neben bei arbeiten und ein Mal die Woche habe ich nun einen Englisch Kurs, um endlich besser in dieser wichtigen Sprache zu werden. Ich habe eine Familie, die immer hinter mir steht. Eben so wie mein Partner und meine Freunde. Während noch vor kurzem das Leben sehr chaotisch war, fängt es nun an sich selbst zu ordnen, aber immer noch mit einer Spur Chaos, da die einfach zu mir gehört.

Ich lebe. Ich bin ich. Ich probiere, entdecke neues, falle hin und stehe wieder auf. Das Leben ist all das und noch mehr.

Anders gesagt fällt mir gerade auf, dass das Leben für mich aus Terminen besteht und mit Terminen fasse ich alle Pläne zusammen. Während der drei Monate Arbeitslos sein befand sich gähnende Leere in meinem Terminkalender und das höchste Maß an Terminen war der Gang zum Rewe. Jetzt steht fast jeden Tag etwas in meinem Kalender und ich liebe es das zu sehen. Pläne zu haben. Uni, Sprachkurs, Arbeit und Freizeit. Wenn ich in meinen Kalender gucke springt mir das Leben entgegen.

Ich lebe, aber was mein Leben letztendlich nun wirklich gewesen ist, werde ich erst im hohen Alter herausfinden und bis dahin gucke ich einfach was das Leben für mich bereithält und mache das Beste daraus.

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2 Gedanken zu „Und dann lebst du“

  1. Wow Franzi.
    Gänsehaut!
    Ich weiß gar nicht recht, was ich sagen soll, außer, dass dieser Beitrag mich sehr berührt hat.
    Irgendwo hattest du mal den Satz stehen „Auf der Welt, um der Welt ein wenig Farbe zu geben“ – oder so ähnlich. Daran musste ich denken, als das mit den Farben des Regentages erwähnt hast.

    Nun kenne ich dich ja schon so lange und denke mir auch heute noch nach dem Treffen, dass du dich jedes Mal mehr positiv entwickelst. Gerade nach den letzten Monaten hätte es nicht jeder geschafft, sich wieder so aufzurappeln und positiv in die Zukunft zu sehen. Das zeigt nur, wie du an dir gearbeitet hast und das finde ich bewundernswert!

    Du bist es, die dem Regentag Farbe gibt. Oder besser, jedem Tag! ❤

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